My objective is to question deeply interwoven sexual roles through analyzing gender attributed signs as body language and symbols. Thoughts to matters of “origin” and “copy” are played through with artistic means. To which extend are power-representing symbols, postures and clothing responsible for a certain role-play, e.g. of men and women? The process of intaglio-print-making helps me to think slowly, thoroughly and critically about the influence and the relativity of symbols, which I chose from internet-archives of art-history and by observing colloquial situations. I think, that neglecting the constructedness of symbols leads ingenuously to a destructive seriousness, which have allowed and still allows people to leave their lives for narratives as “nation”, “religion”, “business” etc. As a visual artist, socialized in Germany and partly in Spain, I feel responsible of my heritage that unfortunately consists of patriarchy and war.

 

Es ist mir ein Anliegen tief verankerte gesellschaftliche Rollenbilder mittels einer geschlechtlichen Umkehrung zu hinterfragen. Durch die Wahl historisch relevanter Bilder, die einem Prinzip des Ikonenhaften folgen, erfährt das zunächst selbst-zentrierte schauspielerische Hineinversetzen eine überpersönliche Dimension. Gedanken zu der Frage nach der Relevanz von Ursprung und Kopie werden künstlerisch durchgespielt. Inwiefern können Symbole und Körperhaltungen, die sowohl weltliche als auch geistliche Macht verkörpern, dazu beitragen, bestimmte scheinbar unerklärliche Phänomene wie „Zeitgeist“ zumindest ansatzweise zu verstehen? Theorien zu Wechselbeziehungen zwischen dem [Selbst-] Portrait und dem Aufkommen des Humanismus sind in der Kunstgeschichte allgemein bekannt. Parallelen zwischen der mittelalterlichen Darstellung eines Hl. Georg und der klassizistischen eines Napoleon zu Pferde sind offensichtlich. Wie ist es möglich gewesen, dass Männer für derart abstrakte Ideen, wie die „Christianisierung des Abendlandes“ und die „Nationenbildung“ massenhaft ihr Leben ließen? Hätte eine gekreuzigte Frau als Symbol Massen von Frauen für den Krieg mobilisiert? Oder hätte dies eine andere Facette von Heldenhaftigkeit und Männlichkeit hervorgebracht? Ich möchte mit meiner Arbeit dazu beitragen über die Einflusskraft von Symbolen bezogen auf unsere kulturelle Prägung kritisch nachzudenken, da es nicht vergessen werden sollte, dass die westliche Kultur im signifikanten Maße eine Kultur des Krieges ist.